Endlose Wälder, Tabakfelder, stillgelegte Kohlewerke, hohe Arbeitslosigkeit und viele Drogen. In diesen White-Trash-Albtraum hinein wird Demon Copperhead geboren — mit kupferrotem Haar und vorgezeichnetem Schicksal. Der Vater ist tot, die Mutter ist trockene Alkoholikerin und stirbt früh an einer Überdosis. Der Junge wird zum Pflegekind, von Amt zu Amt geschoben und an unwürdigen Orten untergebracht. Als er irgendwann dank seines Talents im Football die Chance auf ein gutes Leben hat, wird er nach einer Verletzung Opfer des Schmerzmittels Fentanyl – so wie Hunderttausende andere auch. Wir lieben den Jungen mit seinem Überlebenswillen. Wir fiebern mit ihm und hoffen und beten, dass es irgendwann gut mit ihm kommt. Diesem umwerfenden Pageturner von Barbara Kingsolver stand Charles Dickens’ David Copperfield Pate, der Mitte des 19. Jahrhunderts mit seinem grossen gesellschaftskritischen Bildungsroman Weltruhm erlangte