Die über Nacht durch eine aufgetauchte Kunstsammlung reich gewordene Amira Altman ist weder richtig nett noch richtig klug. Sie ist halb verwöhnt und halb versoffen, meistens einsam und steht im Krieg gegen die ganze Welt — ausser den beiden Männern, mit denen sie schläft. Zwischen Berlin und Tel Aviv, zwischen Tora-Versen und Pro-Palästina-Kunst-Rhetorik, zwischen Rückblenden und täglichem Antisemitismus ist dieser Post-7-Oktober-Roman pures Lesevergnügen. Ein Pageturner, der gar nicht erst so tut, als ob er erst genommen werden möchte.